Ich habe 4 der beliebtesten Unterhemden Europas getestet. Hier ist meine ehrliche Rangliste.
- Leroy Hughes

- 17. Juli
- 5 Min. Lesezeit
Unterhemden bekommen viel zu wenig Anerkennung. Sie sind das Erste, was man anzieht, und das Letzte, worüber man nachdenkt – bis etwas schiefgeht. Ein Fleck, der durchs Hemd durchscheint, Stoff, der nach zehn Wäschen aufgegeben hat, oder dieses leicht feuchte Gefühl am Nachmittag, mit dem man sich einfach abfindet.
Ich habe beschlossen, mich damit nicht mehr abzufinden. In den letzten Wochen habe ich vier der beliebtesten Unterhemden Europas nacheinander getragen: LABFRESH, Noshirt, Calvin Klein und Alan Red – plus Bamigo, das mir als Herausforderer immer wieder über den Weg lief. Ich habe jedes an ganz normalen Tagen getragen: auf dem Arbeitsweg, im Büro, beim Abendessen, an warmen Nachmittagen. Und ich habe genau darauf geachtet, was wirklich zählt.
Hier ist, was ich herausgefunden habe.
Die Kandidaten
Das Grundprinzip aller vier ist gleich: ein eingenähtes Achsel-Pad (meist zwei bis drei Lagen), das Schweiß abfängt, bevor er das Oberhemd erreicht. Der Unterschied liegt im Ansatz – manche setzen voll auf wasserdichte Barrieren, andere auf Absorption. Und wie ich feststellen musste, macht dieser Unterschied an einem heißen Tag richtig viel aus.
Worauf ich geachtet habe:
Wie angenehm war es, es den ganzen Tag zu tragen?
Blieb es unsichtbar unter einem Businesshemd?
Wie kam es mit Schweiß an wärmeren Tagen zurecht?
Hat es mehrere Wäschen gut überstanden?
War es sein Geld wert?

Die Rangliste
#1. LABFRESH: Das schweißdichte Unterhemd
Ich sag's, wie es ist: Ich wusste schon vorher, dass LABFRESH-Hemden auch unter Druck gut performen (ihre bügelfreien Hemden trage ich schon eine Weile). Aber ein Unterhemd ist eine andere Liga – es muss die ganze Arbeit unsichtbar erledigen. Der eigentliche Test ist also, ob man vergisst, dass man es überhaupt anhat. Ich hab's vergessen. Fast sofort.
Das LABFRESH Sweat Proof Unterhemd hat einen eingebauten Achselschutz, der Schweiß tatsächlich davon abhält, durchzudringen. Nicht „hält ihn größtenteils auf" oder „hilft ein bisschen" – er hält ihn auf. An einem Tag mit Meetings quer durch die Stadt, Mittagessen draußen in der Julihitze und zwei Stunden in einem stickigen Konferenzraum war mein Hemd knochentrocken. Keine Spur. Laut LABFRESH hält das Unterhemd bis zu 2 Liter Schweiß aus. Das muss ich unbedingt mal ausprobieren!
Was es von den anderen abhebt: Es verlässt sich nicht nur auf Absorption. Während die Konkurrenz auf Pads setzt, die sich vollsaugen, bis sie gesättigt sind, arbeitet LABFRESH mit einer wasserdichten Barriere – Schweiß kommt schlicht nicht durch. Das Ergebnis: Es funktioniert den ganzen Tag, nicht nur die ersten zwei Stunden.
Der Schnitt ist schlank und sauber, es verschwindet unter jedem Hemd, und auch nach mehreren Wäschen macht es noch genau das, was es soll. Keine ausgeleierten Pads, kein Einlaufen, kein Verblassen.
Mein Fazit: Das einzige in diesem Test, das ich ohne zu zögern wieder kaufen würde. FREIGEGEBEN.

#2 Noshirt: Dry cotton Unterhemd
Noshirt gibt es seit über zehn Jahren, und die Qualität merkt man in dem Moment, in dem man es anzieht. Die Supima-Baumwolle ist wirklich hochwertig – weich, dünn, und der Farbton „Invisible Khaki" verschwindet unter einem weißen Hemd tatsächlich so, wie es die wenigsten Unterhemden schaffen. Schon beim Anziehen fühlt es sich wie das edelste Produkt in diesem Test an.
Das Noshirt Dry hat TENCEL™-Einsätze an den Achseln speziell gegen Schweiß, und an milden Tagen ist es perfekt. Man vergisst, dass man es anhat. So dünn und angenehm ist es.
Die ehrliche Einschränkung: Es absorbiert Schweiß, statt ihn zu blockieren. An einem ruhigen Bürotag saugen die Einsätze alles auf, bevor es das Hemd erreicht – kein Problem. Aber bei einem langen, heißen Tag, einer stressigen Präsentation oder Meetings am Stück im Juli sind die Einsätze irgendwann gesättigt.
An einem der wärmeren Testtage hatte ich am frühen Abend tatsächlich einen leichten Fleck.
Noshirt ist das beste Alltags-Unterhemd in diesem Test. Es ist nur nicht gezielt für Schweißschutz gebaut wie LABFRESH – und genau an den Tagen, an denen es wirklich zählt, macht sich dieser Unterschied bemerkbar.

#3 Calvin Klein: Cotton Classic Unterhemd
Calvin Klein ist für Millionen von Männern die Standardwahl, und nachdem ich es eine Woche getragen habe, verstehe ich auch warum. Die Baumwolle ist weich, der Schnitt sauber und schlank, ohne eng zu sitzen, und es sitzt unsichtbar unter einem Businesshemd. Nicht ohne Grund ist das das Unterhemd, mit dem die meisten Männer aufwachsen und das nie hinterfragt wird.
Wo es in diesem konkreten Test schwächelt: Atmungsaktivität und Schweißmanagement. Die dicke Baumwolle fühlt sich morgens super an, aber an einem warmen Nachmittag hält sie Feuchtigkeit eher fest, statt sie abzugeben. Der Stoff fühlte sich früher am Tag leicht feucht auf der Haut an als bei den anderen Kandidaten, und an einem besonders warmen Tag hatte ich bis zum Mittag einen sichtbaren Fleck.
Es gibt auch bekannte Qualitätsschwankungen – manche Rezensionen berichten von Einlaufen und dünner werdendem Stoff nach wiederholtem Waschen, was man im Auge behalten sollte. Calvin Klein ist ein tolles Alltags-Unterhemd. Als Werkzeug gegen Schweiß an warmen Tagen liefert es nicht ganz.

#4 Alan Red: Vermont T-shirt
Alan Red ist eine italienische Marke, die seit Jahrzehnten still und leise von europäischen Männern geliebt wird – aus gutem Grund. Die Baumwolle ist wunderbar weich, die Verarbeitung präzise, und der tiefe V-Ausschnitt bleibt unter einem offenen Hemdkragen komplett verborgen. Kunden sagen immer wieder Dinge wie „ich will keine andere Marke mehr" und erwähnen Kragen, die auch nach vielen Wäschen noch in Form bleiben, wo günstigere Hemden längst aufgegeben haben.
Was Alan Red bietet, ist erstklassiger Alltagskomfort – die Art Unterhemd, bei dem man sich sofort richtig angezogen fühlt. An normalen Tagen im kühlen Büro kam es mit leichter Feuchtigkeit problemlos zurecht und fühlte sich den ganzen Tag frisch an.
An warmen Tagen läuft es aber ins gleiche Problem wie Calvin Klein. Reine Baumwolle absorbiert Schweiß, aber irgendwann hat sie so viel aufgenommen, wie sie kann, und dann passiert nichts mehr. Keine spezielle Behandlung, keine schweißblockierende Schicht – nur Stoff, der sein Bestes gibt. An einem warmen Nachmittag hab ich das gemerkt.
Alan Red ist das beste rein komfortorientierte Unterhemd in diesem Test. Wenn man kein starker Schwitzer ist und etwas will, das sich jeden Tag außergewöhnlich gut anfühlt, ist es eine super Wahl. Erwarten Sie nur nicht, dass es mithält, wenn die Temperatur steigt.

#5 Bamigo: Bamboo Williams Unterhemd
Bamigo baut alles auf ein Material – Bambus – und macht das richtig gut. Der Stoff ist wirklich seidenweich, spürbar atmungsaktiver als normale Baumwolle, und leitet Feuchtigkeit von der Haut weg schneller, als es Calvin Klein und Alan Red in diesem Test geschafft haben. An einem warmen Tag blieb ich damit länger angenehm frisch als mit beiden Baumwoll-Optionen.
Bambus hat außerdem von Natur aus geruchshemmende Eigenschaften, und das merkt man auch – nach einem vollen Tragetag roch das Hemd frischer als erwartet.
Wo Bamigo hinter LABFRESH und Noshirt zurückbleibt, ist der tatsächliche Schweißschutz. Der Bambus leitet Feuchtigkeit beeindruckend gut ab, aber an einem wirklich fordernden Tag kommt trotzdem etwas durch bis zum Oberhemd. Nicht dramatisch – eher eine leichte Feuchtigkeit als ein sichtbarer Fleck – aber spürbar.
Für die Kategorie „bequemes, atmungsaktives Alltags-Unterhemd mit überdurchschnittlichem Schweißmanagement" ist Bamigo die beste Option in diesem Test. Wer moderat schwitzt und sich den ganzen Tag über wirklich wohlfühlen will, trifft hier eine starke Wahl. Nur eben keine schweißdichte.

Fazit
Die meisten Unterhemden sind auf Komfort ausgelegt. LABFRESH ist auf Leistung ausgelegt. Die anderen haben alle ihre echten Stärken – Noshirt für Raffinesse, Alan Red für Alltagsluxus, Bamigo für Atmungsaktivität, Calvin Klein für Vertrautheit.
Aber wenn trocken bleiben Ihre eigentliche Priorität ist, hat von diesen fünf nur eines das Versprechen konsequent gehalten.

Kommentare